Heino Westje, Brake Hafen

Sonderführung „Arbeitsplatz Hafen“

Arbeitsplatz Hafen – Sonderführung mit Detlef Glückselig

Heino Westje, Brake Hafen„Es war eine besondere Erfahrung, die Menschen im Hafen zu begleiten“, so Detlef Glückselig, Redaktionsleiter der NWZ in Brake. Glückselig, der einen Großteil der in der Sonderausstellung „Arbeitsplatz Hafen“ gezeigten Bilder angefertigt hat, führt am Sonntag, den 30. März ab 11:30 Uhr durch die Ausstellung.

Der Braker Hafen mit seiner dominanten Silhouette ist prägend für das Stadtbild, aber auch die Menschen, die täglich im Hafen ihrer Arbeit nachgehen, sind eines besonderen Blickes wert. Menschen bedeuten Geschichten und ein paar dieser Geschichten, die er im Rahmen der Artikelserie erlebt hat, wird Glückselig während der Sonderführung erzählen.

Die Führung dauert ungefähr eine Stunde, der Eintritt beträgt den normalen Museumseintritt von € 3,50 (Einzelkarte Erwachsene), € 1 (Kinder bis 16 Jahre) oder € 7,50 (Familienkarte).

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Krimi-Lesung „Seeluft“

Krimi-Lesung „Seeluft“

Was zählt mehr: Geld oder Natur? Die Wirtschaft oder saubere Luft? Friedrich Dönhoff greift ein brisantes umweltpolitisches Thema auf. Eins, das alle angeht. Sebastian Finks neuer Fall: ein Krimi mit Hafen- und Meeresgeruch.

Zwischen den Aktivisten von Ökopolis und der Hamburger Reederei Köhn herrscht Streit. Den einen geht es um die Umwelt, den anderen um ihre Konkurrenzfähigkeit. Als am Fischmarkt die Leiche eines Reeders gefunden wird, nimmt Kommissar Sebastian Fink die Ermittlungen auf. Der Fall führt ihn zu einem verbitterten Manager in einem modernen Glaspalast hoch über dem Hafen, zu einer sportbesessenen Witwe auf dem Land und zu einem frischverliebten Studentenpaar in St. Pauli. Sebastian hat alle Hände voll zu tun, als eines Morgens unverhofft seine Großmutter vor der Tür steht – und ihn mit einem gut gehüteten Familiengeheimnis konfrontiert.
Stimmen

»Friedrich Dönhoff hat einen kristallklaren Stil. Mit Sebastian Fink hat er einen sehr zeitgeistigen Ermittler geschaffen, der in ungewöhnlichen ›Familienverhältnissen‹ lebt und Erfahrungen in der Single-Szene macht. Ein aufsteigender Stern!« New Books in German

Veranstalter: Buchhandlung Gollenstede
Eintritt: 10€
Donnerstag, 27. März 2014
19:30 Uhr
Haus Borgstede & Becker
Breite Straße 9, 26919 Brake

Foto:© Marvin Zilm

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Brustbild Georg von der Vrings an seinem Schreibtisch sitzend und die Pfeife anzündend. Archiv des Schiffahrtsmuseums Unterweser.

Wo ich hergekommen bin

Wo ich hergekommen bin,
Hat niemand Gedichte gemacht.
Sie haben abends bei Licht gelesen,
Und dann: Gute Nacht

Georg von der Vring, einziger Ehrenbürger der Stadt Brake, ist mittlerweile fast komplett in Vergessenheit geraten. Auch in seiner Heimatstadt Brake, von der das Gedicht „Wo ich hergekommen bin“ handelt, liest man vielleicht noch abends bei Licht, aber wahrscheinlich kaum Georg von der Vring. Dieses Jahr ist der 125. Geburtstag des Malers, Schriftstellers und Lyrikers, der am 30. Dezember 1889 geboren wurde und seine ersten Lebensjahre im „Haus Suhren“ in der Schulstraße verbrachte.

Aber sie hatten ein zartes Herz,
Sagten zu mancher Zeit
Worte – ich habe sie nicht verstanden,
ob Leid, ob Streit.

Begraben liegt Georg von der Vring, der in den 1950er und 1960er Jahren zu den bekanntesten zeitgenössischen Lyrikern Westdeutschlands zählte, in seiner Heimatstadt. Sein Grab auf dem Friedhof der Friedrichskirche in Brake-Kirchhammelwarden wird bis heute gepflegt. Das Erbe von der Vrings zu bewahren und die nicht immer ganz unstrittigen Werke des gebürtigen Brakers wieder ins Gedächtnis zu rufen, ist erklärtes Ziel der „Georg von der Vring-Gesellschaft“, die sich 2001 in Brake gründete.

Männer, die weinten, gab es auch;
Andere sannen still,
Schwiegen durchs Jahr; die Frauen sprachen
Laut und schrill

Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Brake/Unterweser an Georg von der Vring, Brake, 19.1.1960. ;  Bemerkungen: Nachlaß Georg von der Vring, Dichter und Maler, 1889 Brake - 1968 München.
Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Brake/Unterweser an Georg von der Vring, Brake, 19.1.1960. ; Bemerkungen: Nachlaß Georg von der Vring, Dichter und Maler, 1889 Brake – 1968 München. Foto: Schiffahrtsmuseum Unterweser

Henner Funk, Vorsitzender der GvdV-Gesellschaft, hat für das Jubiläumsjahr und darüber hinaus große Pläne. Aber ganz kritiklos sind auch die Braker nicht, gerade die Zeit des Nationalsozialismus und von der Vrings Rolle während dieser Zeit wird immer wieder diskutiert. Sich eine eigene Meinung zu Brakers Ehrenbürger zu bilden ist, zugegebenermaßen, schwierig. Es gibt nur noch wenige Anthologien, in denen von der Vring noch oder wieder abgedruckt wird und Nachdrucke von Werken wie „Soldat Suhren“ (1927), „Der ferne Sohn“ (1942) oder „Die Spur im Hafen“ (1936) sind nicht zu finden. Auch die wissenschaftliche Erforschung ruht seit vielen Jahren.

Zu uns, den Kindern, war man gut.
Heilige Nacht und der Baum
Kamen vom Himmel. Ein altes Klavier
Klang im Raum.

Im Schiffahrtsmuseum bildet Georg von der Vring, der zwar einen Großteil seines Lebens nicht in Brake verbrachte, seiner Heimat am Strom aber stets verbunden blieb, den einzigen Schwerpunkt, der nichts mit der Schifffahrt entlang der Unterweser zu tun hat. Im Obergeschoss von Haus Borgstede und Becker präsentieren wir das Arbeitszimmer von Georg von der Vring, inklusive seiner persönlichen Bücher, von ihm gemalter Bilder und verschiedener originaler Einrichtungsgegenstände. Zudem zeigen wir einen kurzen Film über von der Vring.

Auch da schlang vielleicht ein Arm
Herzlich und bitterlich
Bei den schönen gerollten Kuchen
Sich um mich.

Auch da flog vielleicht ein Wort
Leise und federleicht
Mir in das Herz – ein Wort, von wannen,
Das man verschweigt.

1990 veröffentlichte Die Zeit eine „Erinnerung an den Dichter Georg von der Vring“: Der letzte Meister des Liedes. 2012 berichteten u.a. NWZ-TV und der Friesische Rundfunk über Georg von der Vring, bei Youtube findet man noch eine Tonaufnahme mit Georg von der Vring (ab 7:46), in der er selbst sein Gedicht „Nie genug“ liest.

Heute, am Welttag der Poesie, könnte man einmal in den eigenen Bücherschrank blicken und nach Spuren von der Vrings suchen. Vielleicht findet er sich noch in dem einen oder anderen alten Schulbuch, in der mitgenommenen Ausgabe von „Soldat Suhren“ neben Remarques „Im Westen nichts neues“ oder auf einem alten Kalenderblatt. Im Haus Borgstede und Becker oder auf der neuen Facebook-Seite der Georg von der Vring-Gesellschaft finden sich auf jeden Fall Spuren von Leben und Werk des gebürtigen Brakers.

Dies und wie’s mir damals geschah,
Als ich noch ein Kind war,
Klein die Hände und klein die Füße,
Braun das Haar –

Dies und wie’s vergangen ganz,
Anders als ich selber auch -Einmal, von wannen, fliegen von dannen
Verse wie Rauch.

[„Wo ich hergekommen bin“, zitiert nach „Die Gedichte: Gesamtausgabe der veröffentlichten Gedichte und eine Auswahl aus dem Nachlass; C.H.Beck, 2. Auflage, 1. Juli 2010]
[Artikelbild: Brustbild Georg von der Vrings an seinem Schreibtisch sitzend und die Pfeife anzündend. Archiv des Schiffahrtsmuseums Unterweser.]

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Kontaktmesse „Seefahrt & Logistik“

Am 20. März nahmen unsere Museumspädagogin Sabine Röben-Nonnast und unser Volontär Claus Hock an der 14. Kontaktmesse der Jade Hochschule teil. Der Einladung von Studienberater und Dekanatsassistent Thorsten Löffler sind wir gerne gefolgt.

IMG_0751In der Stadthalle Elsfleth präsentierten wir uns mit verschiedenen Firmen und Dienstleistern aus unterschiedlichsten Bereichen der maritimen Wirtschaft, darunter die DNV-GL, die Bundeswehr, die Polizei, L.I.T., das Havariekommando und einige weitere. Die Kontaktmesse dient den Studentinnen und Studenten in erster Linie als Plattform für die Gewinnung von Unternehmenskontakten, Praktikumsplätzen usw. Damit kann das Schiffahrtsmuseum natürlich nicht wirklich dienen, daher wurde unser Stand auch zunächst etwas verwundert wahrgenommen. Doch neben der Vorstellung unserer Häuser und unserer musealen Angebote informierten wir die Studierenden auch über die Möglichkeit, in unserem Museum so genannte „Social Credit Points“ (SCP) zu erwerben. Diese „SCP“ müssen während des Studiums im Umfang von ungefähr 30 Stunden erbracht werden. Gefördert werden soll damit das soziale und kulturelle Engagement am Studienort.

Schon seit einigen Jahren bieten wir in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Seefahrt in Elsfleth den Erwerb von SCP in verschiedenen Bereichen an. Da wir immer wieder feststellen mussten, dass diese Kooperation nicht bei allen Mitgliedern des Fachbereiches bekannt ist, wollten wir die Kontaktmesse nutzen, um genau dies zu ändern. Mit unseren Häusern in Elsfleth und Brake können wir eine hohe Bandbreite an möglichen Einsatzfeldern bieten. So ist zum Beispiel die Mitarbeit im Bereich Marketing, bei der Objektrecherche und Inventarisierung, in der Museumspädagogik oder bei der Organisation und Durchführung von Events des Museums möglich.

Aber der Erwerb von SCP ist nicht das einzige Angebot speziell für Studierende der Fachhochschule. In Kooperation mit dem Fachbereich bieten wir auch die Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten an. In Ergänzung der Hochschulbibliothek stellen wir die museumseigene Bibliothek und unser Archivs für Studierende nach Absprache gern für Recherchen zur Verfügung. Darüber hinaus haben Studierende der Jade Hochschule die Möglichkeit, an ausgewählten Veranstaltungen kostenfrei teilzunehmen. Welche Veranstaltungen das genau sind, wird in Zukunft u.a. auf diesem Blog bekannt gegeben.

Insgesamt ziehen wir eine positive Bilanz zu unserem Auftritt auf der Kontaktmesse: Nachdem sich das anfängliche Erstaunen über unsere Anwesenheit gelegt hatte, konnten wir viele interessante Gespräche mit Studierenden verschiedener Fachrichtungen führen und auch unser Museum bei den jungen Akademikerinnen und Akademikern  bekannter machen.

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Wasserakademie 2014

Im Februar 2014 hat das Schiffahrtsmuseum zum ersten Mal an der Wasserakademie teilgenommen. Das Projekt der Hochschule Bremerhaven richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe und fördert mit verschiedenen Partnern den Umgang mit dem Thema Wasser. Unser Schwerpunkt war „Kommunikation zwischen See und Land“. Während sich die meisten anderen Projekte eher direkt mit dem Element „Wasser“ beschäftigten, näherten sich die Schülerinnen und Schüler bei uns dem Thema  auf einer Meta-Ebene. In der Zeit vom 04.02.2014 bis zum 06.02.2014 arbeiteten die verschiedenen Schulklassen direkt in den jeweiligen Einrichtungen an ihren Themen. Außer uns nahmen  am 14. Durchgang der Wasserakademie teil: Historisches Museum Bremerhaven, Zoo am Meer, Hochschule Bremerhaven und Phänomenta, das Klimahaus Bremerhaven, Deutsches Schiffahrtsmuseum und das Alfred-Wegener-Institut, sowie die VHS Bremerhaven zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung.

Optische Nachrichtenübermittlung

An drei Tagen besuchte uns die LG4 des Geschwister-Scholl-Schulzentrums Bremerhaven mit ihrer Klassenlehrerin Ulrike Daldrup. Am ersten Tag hatten die jungen Erwachsenen die Gelegenheit, sich das Haus Borgstede und Becker anzusehen, bevor es in drei Einzelgruppen an die Erarbeitung und vor allem an die praktische Erprobung verschiedener Kommunikationsformen ging. Während sich eine Gruppe der Nachrichtenübermittlung mit Hilfe von Licht und Morsezeichen widmete, ging es in den anderen Gruppen um die Nachrichtenübermittlung mit Flaggen (als Flaggen- und als Winkeralphabet) und mit optischen Telegraphen. Im Zentrum dieser Grundlagen zur Nachrichtenübermittlung mit optischen Hilfsmitteln stand die praktische Erprobung. So konnten die Schülerinnen und Schüler am Ende des ersten Tages das Gelernte in einem kleinen „Wettbewerb“ an der Braker Kaje umsetzen. Im Schnelligkeitsvergleich zwischen Lichtmorsen, Flaggenwinken und optischen Telegraphen blieben überraschenderweise die Telegraphen deutlich Sieger.

Digitale Nachrichtenübermittlung

Fotos mit freundlicher Genehmigung der SchülerInnen.
Fotos mit freundlicher Genehmigung der SchülerInnen.

Die Tage zwei und drei der Wasserakademie fanden in Elsfleth statt. In Zusammenarbeit mit Jürgen Rahn von der Jade Hochschule (Fachbereich Seefahrt) und Peter Busse präsentierten wir die Nachrichtenübermittlung des 20. Jahrhunderts in einem historischen Überblick: Von Norddeich-Radio bis GMDSS. Am dritten Tag standen praktische Übungen im modernen Funk-Labor der Hochschule an.
Dort gaben Prof. Jürgen Rahn (Hochschule), Peter Busse (ehemals Norddeich-Radio) den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die moderne Welt der Nachrichtenübermittlung. An einem Funksimulator konnten sich die Jugendlichen im Absetzen von Funksprüchen üben und über das sogenannte DSC (Digital Selective Calling) auch das Absetzen von Notrufen trainieren. Zudem gab es eine Einführung in die moderne Standortbestimmung auf digitalen Seekarten und Herr Busse demonstrierte seine Morse-Fähigkeiten. „Wir haben kurz mit jemandem aus Russland Kontakt gehabt“, zeigte sich ein Schüler begeistert.
Während dieser beiden Tage mussten die Schülerinnen und Schüler immer wieder auf die Grundlagen des ersten Tages zurückgreifen, so dass ein einheitliches Bild der geschichtlichen Zusammenhänge und Abläufe entstehen konnte. So hatten die Schülerinnen und Schüler am letzten Tag auch die Gelegenheit, die „Großherzogin Elisabeth“ zu besichtigen. Als besonderes Highlight zeigte Jürgen Rahn zum Abschluss noch das kleine Planetarium der Hochschule.

Für die wunderbare Zusammenarbeit mit Jürgen Rahn, der Jade Hochschule, Peter Busse und der Besatzung der „Lissy“ wollen wir uns an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bedanken.

Abschlusspräsentation

Zu einer gemeinsamen Abschlusspräsentation ging es dann am 10. Februar ans Geschwister-Scholl-Schulzentrum nach Bremerhaven, wo die Ergebnisse der Wasserakademie in festlichem Rahmen mit kurzer Podiumsdiskussion vorgestellt wurden, musikalisch untermalt von der Schulband.

Sowohl die LG4 als auch unsere Kooperationspartner von der Hochschule und natürlich auch wir vom Schiffahrtsmuseum zeigten sich nach Ende der Wasserakademie 2014 zufrieden. Auch nächstes Jahr planen wir erneut eine Teilnahme und arbeiten schon jetzt an der Feinjustierung des Programms und der Inhalte.

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