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Miniaturschiffsmodelle

Vom 19.03.2014 bis 30.04.2014 war ich mit der Inventarisierung der Sammlung Addo Blume beschäftigt. Es handelt sich hierbei um eine ca. 240 Miniaturschiffe umfassende Sammlung von Zinkgussmodellen, die der Sammler zwischen 1985 und 1995 anfertige bzw. sammelte. Bei dieser Art von Modellen besteht die Möglichkeit, sie farblich auszugestalten und mit einigen Accessoires wie Masten, Takelage, Flaggen, Ladung o. ä. auszustatten.

Die Sammlung wurde dem Museum von Addo Blumes Tochter Kristina Blume als Dauerleihgabe überlassen. Der größte Teil der Sammlung besteht aus Zinkgussminiaturschiffen im Maßstab 1:1250, aber es gab eine Handvoll Ausnahmen – Kunststoff-, oder Holzmodelle oder andere Maßstäbe.

Bei den meisten Modellen waren Schiffsname, Herstellerkürzel und Modell-Nummer auf der Unterseite eingestanzt oder eingeritzt, so dass sich anhand dieser Hinweise gut mit Hilfe von Händler- bzw. Sammlerseiten im Internet die modellierten Schiffe identifizieren ließen. Sehr hilfreich waren die Datenbanken auf den Seiten von Schiffmini und der Galerie Maritim.

Die Datenbanken dieser Seiten lieferten in der Regel folgende Angaben über das Modell bzw. das Schiff: Modell-Nummer, Schiffsname, Schiffstyp, Hersteller, Land, Baujahr, Zustandsjahr des Modells, sowie den aktuellen Wert in EUR. Hin und wieder wichen die angegebenen Baujahre in den beiden Datenbanken voneinander ab, bzw. waren mit dem Zustandsjahr verwechselt worden.

schiffe-sammlung-blumeMit Hilfe der gewonnenen Informationen aus den Datenbanken konnte ich im Internet weiter über das betreffende Schiff recherchieren, um ein bis drei Sätze der Geschichte des realen Schiffes in die Objektbeschreibung in unserer Museumsdatenbank First Rumos integrieren zu können. In schwierigen Fällen konnten die Kollegen Herr Richter, Herr Schäfer, Herr Wagner oder Herr Dr. Ostersehlte weiterhelfen.
Als wichtige Informationen wurden Schiffsname(n), Baujahr, teilweise die Werft, die Reederei, in deren Dienst das betreffende Schiff gestellt war, das Land, sowie weitere spezielle Details angesehen. Manche Schiffe repräsentierten eine entscheidende (technische) Entwicklung in der Schifffahrtsgeschichte, hatten interessante Besitzer, besondere Einsätze oder gehörten zu einem ungewöhnlichen Schiffstyp.

In einem weiteren Arbeitsschritt wurde das jeweilige Modell vermessen und die Daten in die Eingabemaske übertragen. Die Adressdaten von Sammler und Geberin waren zuvor in die Adressdatenbank eingegeben worden, so dass diese mit einer automatisierten Eingabehilfe rasch ergänzt werden konnten.
Schwierigkeiten verursachten die Modelle, die keine oder unvollständige Angaben auf der Unterseite aufwiesen, bzw. handschriftliche, zum Teil auf Klebeschildchen notierte Informationen, die im Widerspruch zu den eingestanzten Angaben standen. In diesen Fällen wurde für die Identifikation die eingestanzte Angabe des Herstellers vorgezogen, und in der Objektbeschreibung auf die zusätzlichen Vermerke des Sammlers hingewiesen. Bei fehlenden Angaben wurden u.a. die beiden Websites Schiffsmini und Ships and More zu Rate gezogen, da hier Bilder der Modelle verglichen werden konnten. Manchmal lieferte die am Modell angebrachte Reedereiflagge an Mast oder Schornstein einen Hinweis. Die entsprechenden Flaggen kann man, wenn man kein entsprechendes Buch zur Hand hat, zum Beispiel im Flaggenlexikon, bei Flagpole oder Alfred Lehner nachschlagen.
Wenn das Modell trotz Recherche nicht eindeutig identifiziert werden konnte, wurde die Objektbeschreibung allgemein gehalten und beschränkte sich auf Aussehen und Schiffstyp, mit entsprechenden Hinweisen zur jeweiligen Vermutung. So ist gewährleistet, dass das Modell auf jeden Fall inventarisiert und in der Datenbank zu finden ist. Bei neuen Erkenntnissen über einzelne Modelle können die Angaben ohne großen Aufwand ergänzt werden.

In einem nächsten Arbeitsschritt wurde auf jedes Modell die entsprechende Inventarnummer mit Tusche (bei hellem Untergrund) oder verdünntem Deckweiss (bei dunklem Untergrund) aufgebracht. Auf grundierenden und versiegelnden Lack wurde verzichtet, da es sich bei der Sammlung um eine Dauerleihgabe handelt, die eventuell zurückgegeben werden muss. In diesem Fall müssen die Nummern wieder entfernt werden.

Desweiteren wurde jedes Modell mit Inventarnummer und Maßstab von Linda Thorlton oder mir fotografiert. Frau Thorlton bearbeitete die digitalen Bilder anschließend am Computer und speiste sie in das Inventarisierungsprogramm an der richtigen Stelle ein.

Insgesamt war die Handhabung der mitunter sehr kleinen Modelle eine kleine Herausforderung. Zwar wirken sie stabil, doch sind die Aufbauten mitunter sehr fragil. Bei grobem Umgang verbiegen sich die Masten oder es brechen Teile ab. Zum Teil war dies bereits durch Transport oder Berührung geschehen. Die Schäden wurden ebenfalls in der Datenbank unter Zustand des Objekts dokumentiert.
Für den Transport waren die Schiffe 2011 mit doppelseitigem Klebeband auf den Boden der fünf Kisten geklebt worden und mussten mit großer Vorsicht mit Hilfe eines Skalpells abgelöst werden.
Auf den kleineren Modellen bot die Unterseite keinen Platz für das Aufbringen einer Inventarnummer, bzw. hätte man mit dieser eine andere wichtige Information auf der Unterseite überschrieben. In diesen Fällen wurden kleine Kästchen aus Papier angefertigt, die von außen mit der Inventarnummer beschriftet wurden, und in denen die Schiffe jeweils ihren neuen Platz bekamen.
Die inventarisierten Schiffe wurden anschließend sicher und schonend in bereitgestellten Kisten verpackt und in unserem Magazin gelagert. Einige Schiffe wurden am Internationalen Museumstag in Elsfleth gezeigt.

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