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Wasserakademie 2014

Im Februar 2014 hat das Schiffahrtsmuseum zum ersten Mal an der Wasserakademie teilgenommen. Das Projekt der Hochschule Bremerhaven richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe und fördert mit verschiedenen Partnern den Umgang mit dem Thema Wasser. Unser Schwerpunkt war „Kommunikation zwischen See und Land“. Während sich die meisten anderen Projekte eher direkt mit dem Element „Wasser“ beschäftigten, näherten sich die Schülerinnen und Schüler bei uns dem Thema  auf einer Meta-Ebene. In der Zeit vom 04.02.2014 bis zum 06.02.2014 arbeiteten die verschiedenen Schulklassen direkt in den jeweiligen Einrichtungen an ihren Themen. Außer uns nahmen  am 14. Durchgang der Wasserakademie teil: Historisches Museum Bremerhaven, Zoo am Meer, Hochschule Bremerhaven und Phänomenta, das Klimahaus Bremerhaven, Deutsches Schiffahrtsmuseum und das Alfred-Wegener-Institut, sowie die VHS Bremerhaven zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung.

Optische Nachrichtenübermittlung

An drei Tagen besuchte uns die LG4 des Geschwister-Scholl-Schulzentrums Bremerhaven mit ihrer Klassenlehrerin Ulrike Daldrup. Am ersten Tag hatten die jungen Erwachsenen die Gelegenheit, sich das Haus Borgstede und Becker anzusehen, bevor es in drei Einzelgruppen an die Erarbeitung und vor allem an die praktische Erprobung verschiedener Kommunikationsformen ging. Während sich eine Gruppe der Nachrichtenübermittlung mit Hilfe von Licht und Morsezeichen widmete, ging es in den anderen Gruppen um die Nachrichtenübermittlung mit Flaggen (als Flaggen- und als Winkeralphabet) und mit optischen Telegraphen. Im Zentrum dieser Grundlagen zur Nachrichtenübermittlung mit optischen Hilfsmitteln stand die praktische Erprobung. So konnten die Schülerinnen und Schüler am Ende des ersten Tages das Gelernte in einem kleinen „Wettbewerb“ an der Braker Kaje umsetzen. Im Schnelligkeitsvergleich zwischen Lichtmorsen, Flaggenwinken und optischen Telegraphen blieben überraschenderweise die Telegraphen deutlich Sieger.

Digitale Nachrichtenübermittlung

Fotos mit freundlicher Genehmigung der SchülerInnen.
Fotos mit freundlicher Genehmigung der SchülerInnen.

Die Tage zwei und drei der Wasserakademie fanden in Elsfleth statt. In Zusammenarbeit mit Jürgen Rahn von der Jade Hochschule (Fachbereich Seefahrt) und Peter Busse präsentierten wir die Nachrichtenübermittlung des 20. Jahrhunderts in einem historischen Überblick: Von Norddeich-Radio bis GMDSS. Am dritten Tag standen praktische Übungen im modernen Funk-Labor der Hochschule an.
Dort gaben Prof. Jürgen Rahn (Hochschule), Peter Busse (ehemals Norddeich-Radio) den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die moderne Welt der Nachrichtenübermittlung. An einem Funksimulator konnten sich die Jugendlichen im Absetzen von Funksprüchen üben und über das sogenannte DSC (Digital Selective Calling) auch das Absetzen von Notrufen trainieren. Zudem gab es eine Einführung in die moderne Standortbestimmung auf digitalen Seekarten und Herr Busse demonstrierte seine Morse-Fähigkeiten. „Wir haben kurz mit jemandem aus Russland Kontakt gehabt“, zeigte sich ein Schüler begeistert.
Während dieser beiden Tage mussten die Schülerinnen und Schüler immer wieder auf die Grundlagen des ersten Tages zurückgreifen, so dass ein einheitliches Bild der geschichtlichen Zusammenhänge und Abläufe entstehen konnte. So hatten die Schülerinnen und Schüler am letzten Tag auch die Gelegenheit, die „Großherzogin Elisabeth“ zu besichtigen. Als besonderes Highlight zeigte Jürgen Rahn zum Abschluss noch das kleine Planetarium der Hochschule.

Für die wunderbare Zusammenarbeit mit Jürgen Rahn, der Jade Hochschule, Peter Busse und der Besatzung der „Lissy“ wollen wir uns an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bedanken.

Abschlusspräsentation

Zu einer gemeinsamen Abschlusspräsentation ging es dann am 10. Februar ans Geschwister-Scholl-Schulzentrum nach Bremerhaven, wo die Ergebnisse der Wasserakademie in festlichem Rahmen mit kurzer Podiumsdiskussion vorgestellt wurden, musikalisch untermalt von der Schulband.

Sowohl die LG4 als auch unsere Kooperationspartner von der Hochschule und natürlich auch wir vom Schiffahrtsmuseum zeigten sich nach Ende der Wasserakademie 2014 zufrieden. Auch nächstes Jahr planen wir erneut eine Teilnahme und arbeiten schon jetzt an der Feinjustierung des Programms und der Inhalte.

Claus Hock

Wissenschaftlicher Volontär im Schiffahrtsmuseum, Fachreferent für Kulturmarketing und Kulturtourismus.

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